Jobcenter investiert 17 Millionen Euro in Bildung

HAGEN – Bildungsmöglichkeiten gibt es für jeden: Die Integrationsfachkräfte helfen dabei, das richtige Angebot für Kundinnen und Kunden zu finden.  Rund 17 Millionen Euro: Soviel plant das Jobcenter Hagen in diesem Jahr in die Bildung und persönliche Entwicklung seiner Kundinnen und Kunden zu investieren. Allerdings rechnet das Jobcenter mit dieser Summe unter Vorbehalt, denn noch hat die neue Regierung die Haushalte der Jobcenter nicht endgültig genehmigt.

Die Bedürfnisse der etwa 28.000 Menschen, die in Hagen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGBII) beziehen, und von denen etwa 18.000 erwerbsfähig sind, sind – auch was die Bildung betrifft –, sehr unterschiedlich. Und deshalb ist das Portfolio groß. Es gibt Angebote zur Strukturierung des Tagesablaufs, Persönlichkeitcoachings genauso wie hochspezialisierte Weiterbildungen. Was das Richtige und Wichtige für sie ist, entscheiden die Kundinnen und Kunden gemeinsam mit ihrer Integrationsfachkraft. „Jede Person soll bei uns das am besten zur Lebenssituation passende Angebote erhalten“, verdeutlicht Andrea Gebhardt, Geschäftsführerin des Jobcenters. Natürlich sei es wünschenswert, dass jeder erwerbsfähige Leistungsberechtigte eine Ausbildung absolviere, „aber manchmal passt das einfach nicht zu den derzeitigen Lebensumständen.“ Junge Männer mit Familie hätten häufig als vorrangiges Ziel, eine Arbeit aufzunehmen, um aus dem Leistungsbezug herauszukommen. „Natürlich beraten wir sie dazu, dass eine Ausbildung auf Dauer die beste Lösung ist. Aber die Entscheidung liegt bei den Kunden selbst“, sagt Andrea Gebhardt.

Rund zwölf Millionen Euro stehen für integrationsorientierte Instrumente zur Verfügung. Darunter fallen zum Beispiel die klassischen Aus- und Weiterbildungen und alle Kosten, die damit einhergehen, wie Lehrbücher, Fahrkosten und natürlich auch die Lehrgangskosten. Circa 2,8 Millionen Euro stehen für beschäftigungsschaffende Maßnahme bereit. Dazu zählen auch die sogenannten Arbeitsgelegenheiten, im Volksmund „Ein-Euro-Jobs“ genannt. Sie richten sich an langzeitarbeitslose Bewerberinnen und Bewerber und dienen häufig als erster Schritt in Richtung Erwerbstätigkeit. Spezielle Maßnahmen für Jugendliche unter 25 Jahren sind mit gut 1,5 Millionen Euro angesetzt. Dazu zählen Angebote wie die Einstiegsqualifizierung oder ausbildungsbegleitende Hilfen. Für Menschen mit Behinderungen steht über eine halbe Million Euro bereit.

Wenn Ende April das neue Weiterbildungs-Informationszentrum des Jobcenters am Graf-von-Galen-Ring 18 eröffnet, können sich Kundinnen und Kunden dort zusätzlich umfangsreich informieren und beraten lassen. Bei „Job Future“ gibt es zum Beispiel Info-Material der Bildungsträger in Hagen und Umgebung nach Berufsgruppen und Qualifikationsstufen sortiert. So wird es ganz einfach, das passende Bildungsangebot zu finden.

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