Hundert neue Jobs für Langzeitarbeitslose

HAGEN –  Seit Kurzem beteiligt sich das Hagener Jobcenter am Programm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“.

Das Projekt hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales als Teil des Konzepts von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit ins Leben gerufen. Das Programm richtet sich an sehr arbeitsmarktferne Personen mit besonderen Problemlagen, die gegenwärtig keine Aussicht auf eine Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt haben. Das Jobcenter Hagen hatte sich erfolgreich um die Förderung von Arbeitsstellen über dieses Bundesprogramm beworben und den Zuschlag erhalten, denn rund 600 Hagener erfüllen die Voraussetzungen.

Zielgruppe der in den Fokus genommenen Bewerber sind Leis­tungs­be­rech­tig­te ab einem Alter von 35 Jahren. Sie müssen seit min­des­tens vier Jah­ren SGB II-Leis­tungen beziehen und zusätzlich noch entweder mit min­des­tens ei­nem min­der­jäh­ri­gen Kind in ei­ner Be­darfs­ge­mein­schaft le­ben und bzw. oder gesundheitliche Einschränkungen haben.

Das Ziel des Programms, für das dem Jobcenter Hagen rund zwei Millionen Euro zur Verfügung stehen, ist es, arbeitsmarktfernen Personen über einen „Sozialen Arbeitsmarkt“ eine sinnstiftende, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und somit die soziale Teilhabe zu ermöglichen.

Gefördert werden sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (ohne Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung), die die Voraussetzungen des §16d SGB II erfüllen, somit zusätzlich, im öffentlichen Interesse und wettbewerbsneutral sind. Das heißt: Es dürfen keine regulären Arbeitsplätze durch soziale Teilhabe ersetzt werden. Ähnliches gilt bereits für Arbeitsgelegenheiten (AGH). Als Grundarbeitszeit wird von 30 Wochenstunden ausgegangen. Alternativ sind Wochenarbeitszeiten von 25, 20 oder 15 Stunden möglich, wenn die Rahmenbedingungen eine Beschäftigung von 30 Stunden nicht realisierbar erscheinen lassen.

Matthias Drabek, Teamleiter im sozialintegrativen Fallmanagement und Leiter des Arbeitskreises „Soziale Teilhabe“ ist zuversichtlich, dass in diesem Jahr zahlreiche solcher neuen Beschäftigungsverhältnisse entstehen können. „Es hat schon Gespräche mit einigen Arbeitgebern gegeben und die Resonanz war grundsätzlich positiv“, freut er sich. Die ersten Beschäftigungsverhältnisse stehen schon fest: Zum 1. März begannen bereits vier Mitarbeiter beim Arbeitgeber Werkhof im Bereich des sozialen Kaufhauses. Neun Einstellungen sind insgesamt geplant. Ab Mai fangen zwei Stromsparhelfer bei der Caritas an.

Ebenfalls beabsichtigt die Aids-Hilfe Hagen über dieses Programm einen Arbeitsplatz ab April zu schaffen.

Im sozialen Kaufhaus werden gespendete Möbel und Textilien aufbereitet und an Bedürftige weitergegeben und im Rahmen der Stromsparhelfer Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beraten, wie man Strom und damit Geld sparen kann.

Bei der Aids-Hilfe Hagen wird im aufklärenden und beratenden Bereich eine Beschäftigung ermöglicht werden.

Um Arbeitgeber zu ermutigen, auch vermeintlich schwierigen Fällen eine Chance zu geben, können sie Zuschüsse zu den Lohnkosten beantragen, die das Jobcenter übernimmt. Die Arbeitgeberförderung beträgt monatlich maximal 1.370 Euro (bei 30 Wochenstunden) je Förderfall. Grundlage ist der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro zuzüglich einer Pauschale von 18,9% für die arbeitgeberseitigen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie für die Umlagen U1, U2 und U3. Soweit geltende tarifliche Arbeitsentgelte oder branchenspezifische Mindestlöhne im Rahmen der Programmlaufzeit die Arbeitskosten gegenüber dem auf dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro basierenden Festbetrag von 1.370 Euro übersteigen, sind die Mehrkosten vom Arbeitgeber zu tragen. Die förderfähigen Obergrenzen bei 15, 20 bzw. 25 Wochenstunden betragen 690, 915 bzw. 1.140 Euro.

Betriebe, die die Möglichkeit haben, einen oder mehrere Arbeitsplätze für „Soziale Teilhabe“ zu schaffen, finden weitere Informationen auf der Homepage des Jobcenters. Der Antrag auf Förderung kann ebenfalls beim Jobcenter Hagen gestellt werden. Informationen an Arbeitgeber erteilt Matthias Drabek, Telefon 02331/36758-412.

Ebenfalls ist ein Kontakt per Mail möglich:

matthias.drabek@jobcenter-ge.de oder                                                                  Jobcenter-Hagen.Team866@jobcenter-ge.de

Weitere Informationen gibt es unter:

www.jobcenter-hagen.de 

www.caritas.de/glossare/stromspar-check