Eine Vollzeitstelle als Weihnachtsgeschenk

Als Alleinerziehende hatte sich Simone E. wenig Hoffnung gemacht, Arbeit und Kinderbetreuung koordiniert zu bekommen. Das Jobcenter half ihr dabei. „Man muss schon mutig sein, wenn man alleinerziehend ist und einen Vollzeitjob haben will“, sagt Simone E. Sie war mutig und hat den Sprung raus aus dem Jobcenter, rein in die Vollzeitstelle geschafft. Ganz einfach war das nicht. Gemeinsam mit dem Jobcenter suchte sie nach Lösungen – und fand schließlich die für sie bestmögliche.

42 Jahre alt ist Simone E. Sie hat eine erwachsene Tochter und einen siebenjährigen Sohn. Eine sozialversicherungspflichtige Stelle hatte sie seit vielen Jahren nicht – Kinderbetreuung und Arbeitszeiten passten nicht zusammen. Besonders schwierig wurde es, als der Sohn in die Schule kam. „Ich konnte ihn damals nicht zur Ganztagsbetreuung in der Schule anmelden, weil ich nur einen 450-Euro-Job hatte“, erzählt die Hagenerin. Ohne einen OGS-Platz konnte sie aber auch nicht mehr Stunden arbeiten. Ein Teufelskreis. „Schließlich habe ich den Sprung gewagt und mich in einer Diskothek als Kassiererin beworben. Da konnte ich am Wochenende nachts arbeiten, während mein Sohn bei den Großeltern schlief.“ Nach einem Monat fragte sie nach einer vollen Stelle – und bekam sie. „Seit November arbeite ich in der Woche im Büro und am Wochenende an der Kasse“, erzählt Simone E. stolz.

Zweifache Mutter kann Familie und Job nun vereinbaren

Doch zwischenzeitlich war sie gar nicht so optimistisch: „In der Grundschule sagte man mir, die Warteliste für die OGS-Plätze sei sehr lang und man könne mich nicht berücksichtigen.“ Also wandte sich die patente Hagenerin an ihre Vermittlerin beim Jobcenter. Die wiederum schaltete die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA), Patricia Reit, ein, die sich sogleich gemeinsam mit der Stadt und der Schule um eine Betreuungsmöglichkeit bemühte. Mit Erfolg: Nach wenigen Tagen hätte Simone E. einen OGS-Platz haben können. Doch die zweifache Mutter entschied sich schließlich für eine andere Lösung: Ihr Sohn wechselte die Schule, um in der Nähe der Großeltern zu sein. „Manchmal muss ich doch länger als 16 Uhr arbeiten und da ist es gut, dass meine Eltern ihn abholen können“, berichtet Simone E., die hofft, in der neuen Schule ab Januar einen OGS-Platz zu erhalten. Den Beraterinnen vom Jobcenter, die sie auf ihrem mutigen Weg begleitet und unterstützt haben, ist Simone E. sehr dankbar für ihr Engagement. Denn dass sie nun Familie und Job vereinbaren kann, ist für die zweifache Mutter „ein Weihnachtsgeschenk“.


Informationen: Nach Angaben der Stadt (Stand 22.11.16) haben 2.067 Kindern an 29 Grundschulen und 66 Kindern an 2 Förderschulen einen OGS-Platz. Insgesamt gibt es in Hagen im Schuljahr 2016/17 in den Grundschulen 6.518 Schülerinnen und Schüler.


Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA): Seit 2011 gibt es in allen Jobcentern eine BCA. Im Jobcenter Hagen sind es sogar zwei: Patricia Reit und Jeanette Wölling teilen sich die Stelle. Die BCA beraten die Fach- und Führungskräfte des Jobcenters, aber auch Kundinnen und Kunden sowie grundsätzlich alle Arbeitsmarktakteure. Zentrale Themen sind ist die Gleichstellung von Männern und Frauen, aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.


Alleinerziehende (AE): Im Jobcenter Hagen kümmert sich ein Team speziell um die etwa 2.200 Ein-Eltern-Familien – das ist fast die Hälfte aller Bedarfsgemeinschaften (BG) mit Kindern. Etwa 59 Prozent der AE haben ein Kind, 29 Prozent zwei Kinder, 12 Prozent drei oder mehr Kinder. In rund 60 Prozent der AE-BG sind die Kinder zwischen sieben und 14 Jahre alt.


Für Rückfragen steht Jeanette Wölling unter Telefon 02331/36758-745 (mittwochs und donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr) sowie per E-Mail Jobcenter-Hagen.BCA@jobcenter-ge.de zur Verfügung.