Beim Frühstück zum neuen Arbeitsplatz

Das Jobcenter Hagen schlägt schmackhafte Wege bei der Vermittlung ein. Darf’s noch ein Kaffee sein? Oder gleich ein Jobangebot? Beim Bewerber-Frühstück des Jobcenters Hagen ist der Weg zur Arbeitsaufnahme mit Brötchen und Gemüsesticks gespickt. Heute treffen sich im „Job Future“ am Graf-von-Galen-Ring Frauen und Männer, die an der Aktion „Einstellungssache – Jobs für Eltern“ teilnehmen. „Einstellungssache“ wird von Jobcentern bundesweit mit unterschiedlichen Aktionen angeboten. In Hagen gibt es eine ganze Aktionswoche vom 17. bis 21. September. Die Vorbereitung der 37 Teilnehmenden hat schon begonnen. Gemeinsam frühstücken gehört dazu, um in ungezwungener Atmosphäre mit den Bewerber*innen über ihre Perspektiven ins Gespräch zu kommen.

Zum Thema »Einstellungssache« ein Audio-Beitrag vom 19. September 2018 von Vanessa Stachnowski – »107.7 Radio Hagen«

 

Die Vermittlerinnen Rosemarie Wrede und Britta Moranz sowie deren Kollege Christian Schwarzfischer bei der Vorbereitung des Bewerber-Frühstücks (Fotos: Jeannette Wölling/Jobcenter)

Und ein weiterer Beitrag von »107.7 Radio Hagen«, diesmal ein Ausschnitt aus der Nachrichtensendung von und mit Timo Hiepler

 

Seit zwei Wochen werden die Männer und Frauen – fast alle Eltern – darauf vorbereitet, in der 38. Kalenderwoche mit dem Bewerber-Shuttle zu fahren. „Den Bewerber-Shuttle haben wir 2014 extra für Einstellungssache ins Leben gerufen. Damals haben wir zum ersten Mal Arbeitssuchende mit Bussen zum Speeddating bei Unternehmen gefahren“, berichtet Rosemarie Wrede vom Bewerber-Service des Jobcenters. Das Besondere: Ausgehend von den Talenten und Voraussetzungen der Bewerber*innen werden Arbeitgeber angesprochen. Inzwischen wird der Shuttle das ganze Jahr über angeboten. Doch für die diesjährige Aktionswoche bietet die Vorbereitungsphase noch viel mehr als Coaching.
 
„Bei der Vorbereitung ist uns wichtig, möglichst viele Aspekte der Teilnehmer*innen zu betrachten“, berichtet Arbeitsvermittlerin Britta Moranz. Das heißt: Das familiäre Umfeld, die Gesundheit, das Auftreten und Aussehen, aber auch das Wohlbefinden. Deshalb ist in diesem Jahr erstmals eine professionelle Stylistin dabei, die den Bewerber*innen individuelle Tipps gibt. „Sie war sogar mit uns shoppen“, erzählt Zlatko Obradovic, der schick gekleidet am Frühstückstisch sitzt. Der 54-Jährige Industriekaufmann sucht eine Anstellung als Vertriebler. Er ist von der Betreuung durch das Jobcenter und den beauftragten Bildungsträger Tertia begeistert. „Alle, die mit uns zutun haben, haben Zeit für uns. Sie nehmen uns ernst. Man wird an die Hand genommen bei den ersten Schritten zurück ins Berufsleben.“
 
Die 33-jährige Irina Heid ist alleinerziehend mit zwei Kindern. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und möchte gern in der Verwaltung arbeiten. Aus der Gruppe ist sie die erste, die ein Vorstellungsgespräch hat – sogar noch vor der eigentlichen Aktion. „Morgen ist es soweit“, erzählt sie. Irina Heid fühlt sich gut vorbereitet: „Wir haben alles Wichtige mitbekommen, wie Motivation, Bewerbungsunterlagen, tolle Fotos, Übung für Vorstellungsgespräche.“ Auch sie lobt die Betreuung durch Jobcenter und Tertia.
 
Damit „Einstellungssache“ reibungslos für die Bewerber*innen läuft, sorgt das große Team des Jobcenters. Alle Bereiche arbeiten Hand in Hand. „Ohne die Kolleginnen und Kollegen, die im Hintergrund agieren, die zum Beispiel direkt die Bewerbungskosten überweisen und heute beim Frühstück helfen, würde das nicht klappen“, sagt Britta Moranz. Zlatko Obradovic fasst es so zusammen: „Das Wichtigste ist, dass man das Gefühl hat, dass jemand da ist und sich kümmert. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich komme richtig gern hierhin.“

Fortsetzung…


Info: Arbeitgeber, die den Bewerber-Shuttle kennen lernen oder nutzen möchten, können sich an Britta Moranz unter Telefon 02331/36758-809 oder Rosemarie Wrede -826 wenden.
Job Future ist das Weiterbildungs-Infozentrum des Jobcenters am Graf-von-Galen-Ring 18.

-jnw-

Sozialer Arbeitsmarkt bringt Hagen voran

2019 startet das neue Programm der Bundesregierung. Auf Einladung des Jobcenters trafen sich wichtige Akteure zu einer ersten Konsensrunde.

Wenn am 1. Januar 2019 der Soziale Arbeitsmarkt als Regelleistung der Jobcenter gesetzlich in Kraft tritt, wird Hagen vorbereitet sein. Auf Einladung von Jobcenter-Geschäftsführerin Andrea Gebhardt trafen sich heute, 29. Juni 2018, Vertreterinnen und Vertreter von Jobcenter, Arbeitsagentur, Stadt, Wirtschaft, Politik und Arbeitgebern sowie anderen arbeitsmarktlichen Institutionen, wie dem DGB, zu einem ersten Konsensgespräch.

Alle waren sich einig: Das neue Programm, für das in den nächsten Jahren vier Milliarden Euro bundesweit zur Verfügung stehen, bedeutet für die Stadt Hagen eine große Chance. Zum einen erhalten Menschen, die lange Zeit Leistungen beim Jobcenter bezogen haben, eine berufliche Perspektive. Zum anderen können damit einfache, aber dennoch gesellschaftlich bedeutsame Tätigkeiten wahrgenommen werden. Beispiel: Stadtteilhausmeister oder die soziale Begleitung von Senioren. Die Ideen der Teilnehmenden am Konsensgespräch waren dann auch vielfältig.

Anders als in Vorgängerprojekten ist der Soziale Arbeitsmarkt darauf ausgelegt, auch Tätigkeiten in Unternehmen zu schaffen. Durch eine Qualifizierung während der fünfjährigen Tätigkeit können gleichzeitig Fachkräfte für den Arbeitsmarkt generiert werden. Wichtig: Eine Verdrängung regulärer Arbeit ist ausgeschlossen.

Noch vor der Sommerpause soll das nächste Gespräch der Konsensrunde stattfinden. Bei diesem Treffen wird es dann darum gehen, welche Potenziale sowohl das Jobcenter bei seinem Klientel sieht als auch welche Arbeitskräftebedarfe für einfache Tätigkeiten die Unternehmen sehen.

-jnw-

Jobcenter Hagen macht mit bei »NRW inklusiv«

»NRW inklusiv« – Geschäftsführerin Andrea Gebhardt hat die Rahmenvereinbarung unterzeichnet.

Ein wichtiges Thema im Jobcenter Hagen ist es seit jeher, die berufliche Integration von arbeitsuchenden Menschen mit Beeinträchtigungen zu verbessern. Um dies auch öffentlich zu bekunden und noch intensiver an diesem Ziel zu arbeiten, hat Geschäftsführerin Andrea Gebhardt kürzlich eine entsprechende Rahmenvereinbarung mit der Landesinitiative »NRW inklusiv« unterzeichnet. Damit ist das Jobcenter Hagen nun Teil dieser Initiative, zu der auch das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS NRW), die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit sowie die kommunalen Spitzenverbände gehören. „Das Jobcenter Hagen hat in der Vergangenheit schon Ideen entwickelt, um Menschen mit Beeinträchtigungen den Weg auf den Arbeitsmarkt zu ebnen. Für uns ist aber wichtig, Netzwerkpartner zu haben, die sowohl auf lokaler als auch überregionaler Ebene mit uns daran arbeiten“, sagt die Geschäftsführerin.

Als Beispiel nennt Andrea Gebhardt die gezielte Stellenakquise für schwerbehinderte Menschen. Etwa 1100 Kundinnen und Kunden mit Schwerbehinderung (ab einem Grad der Behinderung von 50) oder Schwerbehinderten Gleichgestellte (ab einem Grad der Behinderung von 30) gibt es im Jobcenter Hagen. Hinzukommen rund 300 Rehabilitanden. Damit sie ihre Kompetenzen im Betrieb unter Beweis stellen können, unterstützt das Jobcenter sogenannte Trainingsmaßnahmen. Bei diesen Praktika lernen sich beide Seiten kennen. Der Beitritt zur Landesinitiative »NRW inklusiv« ist für das Jobcenter Hagen damit ein logischer und sinnvoller Schritt, denn sie setzt sich unter anderem für eine bessere Vernetzung verschiedener Akteure ein, um Menschen mit Beeinträchtigungen in der Grundsicherung gezielter und effektiver zu unterstützen. Hierüber können noch mehr Arbeitgeber gewonnen werden, denn Arbeitgeberverbände und Kammern werden einbezogen. Auch die Zusammenarbeit mit den Landschaftsverbänden, den Rehabilitationsträgern, Integrationsämtern und Selbsthilfeorganisationen will die Initiative ausbauen und damit die Schnittstellen optimieren.

Die Landesinitiative hat aber auch ein weiteres Ziel: Integrationsarbeit soll nicht nur nach außen, sondern auch innen stattfinden. So setzt das Jobcenter Hagen seit Anfang 2018 verstärkt auf ein inklusives betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Dies fördert nicht nur die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten im Jobcenter, sondert sensibilisiert sie zusätzlich für die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden. Beispiel Bewegung an der frischen Luft: Dafür haben 28 Mitarbeitende des Jobcenters im Rahmen des BGM mit großem Erfolg am Hagener Firmenlauf teilgenommen.

-jnw-