Erfolgreich mit Teilzeitausbildung

Julia Harbecke (37) hat in zwei Jahren das Friseurhandwerk gelernt. Nein, einfach war es nicht. Dass sie viel lernen musste und sogar auf dem Spielplatz die Lehrbücher mithatte, daraus macht Julia Harbecke keinen Hehl. Doch für die Alleinerziehende hat es sich gelohnt, zwei Jahre lang eine Teilzeitberufsausbildung zur Friseurin zu machen. Denn nun hält sie stolz ihren Gesellenbrief in den Händen. Auf die verkürzte Ausbildung für Erwachsene mit Betreuungsaufgaben war Julia Harbecke vom Jobcenter aufmerksam gemacht worden und erhielt dort auch Beratung zu den Rahmenbedingungen.

„Die Ausbildung hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich würde sie jedem empfehlen“, sagt die 37-jährige Hagenerin. Allerdings musste sie sich selbst und die Kinderbetreuung gut organisieren. Denn obwohl ihr Lehrbetrieb, der Salon Catwalk, ihr eine Ausbildung mit 25 Ausbildungsstunden pro Woche ermöglichte, war die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gar nicht so einfach zu stemmen. „Als mein Kind in den Kindergarten kam, war es häufig krank. Zum Glück hat es mein Chef geduldig ertragen“, freut sich die frischgebackene Friseurin.

Für Karsten Groll von Catwalk war es das erste Mal, dass er in Teilzeit ausgebildet hat: „Das Modell ist schon gut. Wir brauchen qualifizierten Nachwuchs.“ Auch er verheimlicht nicht, dass es Auswirkungen auf den Betriebsablauf haben kann, wenn der oder die Auszubildende nur eingeschränkt einsetzbar ist. Aber für Karsten Groll überwiegen die positiven Aspekte, die die Teilzeitberufsausbildung bringt: erwachsene Azubis mit höherer Bildung und großer Zuverlässigkeit.

Julia Harbecke, die im Vorfeld schon über das Abitur und eine Ausbildung als Kosmetikerin verfügte, konnte ihre Lehre trotz verkürzter Wochenarbeitszeit sogar in der Gesamtdauer verkürzen. Statt drei Jahren dauerte die Ausbildung bei ihr nur zwei Jahre. Die Berufsschule besuchte sie nicht, sondern lernte die Theorie aus den Fachbüchern. „Ich rate aber jedem, die Berufsschule zu besuchen. Bei mir hat es leider zeitlich wegen der Kinderbetreuung nicht funktioniert“, sagt die Alleinerziehende. Das Foto zeigt Julia Harbecke und ihren Chef, Karsten Groll (Catwalk).


Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) des Jobcenters Hagen berät Kundinnen und Kunden des Jobcenters zu Teilzeitberufsausbildung. Informationen gibt es im Internet unter jobcenter-hagen.de oder telefonisch unter 02331/36758-745. Der Werkhof berät im Rahmen des Projektes „Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen” (TEP) ebenfalls zu Teilzeitberufsausbildung. Ansprechpartnerin ist Frau Ina Schulz, Telefon 92285–61.

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BA-Vorstandsmitglied fährt mit dem Bewerber-Shuttle

Als am Dienstag, 18. September, um 11 Uhr der Bewerber-Shuttle des Hagener Jobcenters am Graf-von-Galen-Ring 18 startete, saß eine prominente „Bewerberin“ mit im Bus zu den Arbeitergebern: Valerie Holsboer, Vorstand Ressourcen der Bundesagentur für Arbeit. Sie schaute sich das Hagener Angebot zur bundesweiten Aktionswoche „Einstellungssache! Jobs für Eltern“ persönlich an. Seit 2014 fährt der Bewerber-Shuttle Bewerberinnen und Bewerber zu Vorstellungsgesprächen.

 

Zuvor besuchte BA-Vorstandsmitglied Valerie Holsboer „Job Future“, das Weiterbildungs-Informationszentrum des Jobcenters am Graf-von-Galen-Ring 18. Hier trafen sich die BewerberInnen vor der Tour. Holsboer traf außerdem Jobcenter-Geschäftsführerin Andrea Henze, Oberbürgermeister Erik O. Schulz, Sozialdezernentin Margarita Kaufmann und die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen, Maren Lewerenz.

Eigens zur Aktion „Einstellungssache“ gibt es außerdem eine Ausstellung des Hannoveraner Künstlers Dennis Hofmann. Er hat das mit 25 Metern längste Bild Deutschlands zum Thema „Arbeitssuche“ gemalt. In Hagen werden ein Teil des Bildes sowie zwei Poster des Künstlers zum ersten Mal außerhalb Hannovers ausgestellt. Die Bilder können bis zum 9. Oktober 2018 zu den regulären Öffnungszeiten von „Job Future“ angeschaut werden.


Info: Arbeitgeber, die den Bewerber-Shuttle kennen lernen oder nutzen möchten, können sich an Britta Moranz unter Telefon 02331/36758-809 oder Rosemarie Wrede -826 wenden.
Job Future ist das Weiterbildungs-Infozentrum des Jobcenters am Graf-von-Galen-Ring 18.

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Beim Frühstück zum neuen Arbeitsplatz

Das Jobcenter Hagen schlägt schmackhafte Wege bei der Vermittlung ein. Darf’s noch ein Kaffee sein? Oder gleich ein Jobangebot? Beim Bewerber-Frühstück des Jobcenters Hagen ist der Weg zur Arbeitsaufnahme mit Brötchen und Gemüsesticks gespickt. Heute treffen sich im „Job Future“ am Graf-von-Galen-Ring Frauen und Männer, die an der Aktion „Einstellungssache – Jobs für Eltern“ teilnehmen. „Einstellungssache“ wird von Jobcentern bundesweit mit unterschiedlichen Aktionen angeboten. In Hagen gibt es eine ganze Aktionswoche vom 17. bis 21. September. Die Vorbereitung der 37 Teilnehmenden hat schon begonnen. Gemeinsam frühstücken gehört dazu, um in ungezwungener Atmosphäre mit den Bewerber*innen über ihre Perspektiven ins Gespräch zu kommen.

Zum Thema »Einstellungssache« ein Audio-Beitrag vom 19. September 2018 von Vanessa Stachnowski – »107.7 Radio Hagen«

 

Die Vermittlerinnen Rosemarie Wrede und Britta Moranz sowie deren Kollege Christian Schwarzfischer bei der Vorbereitung des Bewerber-Frühstücks (Fotos: Jeannette Wölling/Jobcenter)

Und ein weiterer Beitrag von »107.7 Radio Hagen«, diesmal ein Ausschnitt aus der Nachrichtensendung von und mit Timo Hiepler

 

Seit zwei Wochen werden die Männer und Frauen – fast alle Eltern – darauf vorbereitet, in der 38. Kalenderwoche mit dem Bewerber-Shuttle zu fahren. „Den Bewerber-Shuttle haben wir 2014 extra für Einstellungssache ins Leben gerufen. Damals haben wir zum ersten Mal Arbeitssuchende mit Bussen zum Speeddating bei Unternehmen gefahren“, berichtet Rosemarie Wrede vom Bewerber-Service des Jobcenters. Das Besondere: Ausgehend von den Talenten und Voraussetzungen der Bewerber*innen werden Arbeitgeber angesprochen. Inzwischen wird der Shuttle das ganze Jahr über angeboten. Doch für die diesjährige Aktionswoche bietet die Vorbereitungsphase noch viel mehr als Coaching.
 
„Bei der Vorbereitung ist uns wichtig, möglichst viele Aspekte der Teilnehmer*innen zu betrachten“, berichtet Arbeitsvermittlerin Britta Moranz. Das heißt: Das familiäre Umfeld, die Gesundheit, das Auftreten und Aussehen, aber auch das Wohlbefinden. Deshalb ist in diesem Jahr erstmals eine professionelle Stylistin dabei, die den Bewerber*innen individuelle Tipps gibt. „Sie war sogar mit uns shoppen“, erzählt Zlatko Obradovic, der schick gekleidet am Frühstückstisch sitzt. Der 54-Jährige Industriekaufmann sucht eine Anstellung als Vertriebler. Er ist von der Betreuung durch das Jobcenter und den beauftragten Bildungsträger Tertia begeistert. „Alle, die mit uns zutun haben, haben Zeit für uns. Sie nehmen uns ernst. Man wird an die Hand genommen bei den ersten Schritten zurück ins Berufsleben.“
 
Die 33-jährige Irina Heid ist alleinerziehend mit zwei Kindern. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und möchte gern in der Verwaltung arbeiten. Aus der Gruppe ist sie die erste, die ein Vorstellungsgespräch hat – sogar noch vor der eigentlichen Aktion. „Morgen ist es soweit“, erzählt sie. Irina Heid fühlt sich gut vorbereitet: „Wir haben alles Wichtige mitbekommen, wie Motivation, Bewerbungsunterlagen, tolle Fotos, Übung für Vorstellungsgespräche.“ Auch sie lobt die Betreuung durch Jobcenter und Tertia.
 
Damit „Einstellungssache“ reibungslos für die Bewerber*innen läuft, sorgt das große Team des Jobcenters. Alle Bereiche arbeiten Hand in Hand. „Ohne die Kolleginnen und Kollegen, die im Hintergrund agieren, die zum Beispiel direkt die Bewerbungskosten überweisen und heute beim Frühstück helfen, würde das nicht klappen“, sagt Britta Moranz. Zlatko Obradovic fasst es so zusammen: „Das Wichtigste ist, dass man das Gefühl hat, dass jemand da ist und sich kümmert. Sowas habe ich noch nie erlebt. Ich komme richtig gern hierhin.“

Fortsetzung…


Info: Arbeitgeber, die den Bewerber-Shuttle kennen lernen oder nutzen möchten, können sich an Britta Moranz unter Telefon 02331/36758-809 oder Rosemarie Wrede -826 wenden.
Job Future ist das Weiterbildungs-Infozentrum des Jobcenters am Graf-von-Galen-Ring 18.

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