Große Geschenke dank Job für die Mama

Story des Monats: Die alleinerziehende Marie-Kristin Kühn kann ihrer Tochter nun zu Weihnachten mehr Wünsche erfüllen.

Weihnachten im Hause Kühn steht in diesem Jahr unter einem besonders guten Stern: Mama Marie-Kristin hat am 1. Oktober eine Stelle als Bürokraft gefunden. Mit ihrem Gehalt und dem Einstiegsgeld vom Jobcenter kann sie ihrer vierjährigen Tochter endlich größere Wünsche erfüllen. Vorher, mit dem Arbeitslosengeld II, musste die Alleinerziehende genau schauen, was sie sich leisten konnte.

Über die Aktion „Jobs für Eltern“ war Marie-Kristin Kühn im September erstmals zu ihrem jetzigen Arbeitgeber, der 2015 gegründeten Firma HagenRail, gekommen. Das Hagener Jobcenter hatte – dieses Jahr speziell auch für Alleinerziehende – Vorstellungsgespräche direkt in Betrieben organisiert. Jens Schweda, kaufmännischer Verantwortlicher beim jungen Bahndienstleister „HagenRail“, ist begeistert von diesem Service und seiner Kollegin: „Das war sehr praktisch, dass uns das Jobcenter zwei vorausgewählte Damen vorgestellt hat. Wir haben uns dann am selben Nachmittag für Frau Kühn entschieden – und sind mit ihr sehr zufrieden.“ Gerade für kleine Unternehmen sei es schwierig, sich durch Berge von Bewerbungen zu arbeiten, „die dann manchmal auch einen falschen Eindruck vermitteln“, weiß Schweda.

Für Marie-Kristin Kühn war der sogenannte Bewerbershuttle zum Arbeitgeber der Ausweg aus der Arbeitslosigkeit. „Als Alleinerziehende hat man es bei Bewerbungen schwer. Da kommen nur Absagen.“ Obwohl der Kindergartenplatz ihrer Tochter sicher sei, hätten offenbar viele Arbeitgeber die Sorge gehabt, sie würde häufiger fehlen, vermutet die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte. „Für uns wäre das kein Problem, wenn Frau Kühn mal nicht kommen könnte. Wir machen hier ja keine Notoperationen“, scherzt Jens Schweda. Ganz gezielt hätte sich HagenRail für eine Alleinerziehende entschieden: „Aus sozialen Gründen, weil diese Mütter es sowieso schon schwerer haben.“ Und so sind vor Weihnachten alle Beteiligten glücklich. Und die Tochter von Marie-Kristin Kühn kann sich an Heiligabend über ihr neues Puppenhaus freuen.

Info: Das Einstiegsgeld (ESG) ist eine finanzielle Leistung des Jobcenters, die den Wiedereinstieg in das Erwerbsleben erleichtert und an den Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin ausgezahlt wird.

Im Jobcenter Hagen werden durchschnittlich etwa 2100 Alleinerziehende pro Monat betreut, davon etwa 94 Prozent Mütter. Rund 630 der Alleinerziehenden haben ein Erwerbseinkommen, über die Hälfte davon einen Minijob. Rund 1400 AEZ sind arbeitsuchend, mehr als 300 sind langzeitarbeitslos (länger als zwei Jahre).

 

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Bewerber-Service organisiert Stammtisch

Story des Monats: 55 Personen hat das Jobcenter Hagen zu Amazon vermittelt. Zur besseren Vernetzung der Beschäftigten aus Hagen gibt es nun einen Stammtisch.

Der Bewerber-Service des Hagener Jobcenters ist für seine lösungsorientierten Ideen bekannt. Das jüngste Beispiel: Ein Stammtisch für Amazon-Beschäftigte in Dortmund, die in Hagen wohnen und keine Möglichkeit haben, den Arbeitsplatz zu erreichen. „Manche wohnen in Außenbezirken, wo morgens und abends keine Busse fahren. Wenn die Leute dann keinen Führerschein und kein Auto haben, kommen sie nicht zum Job“, weiß Britta Moranz vom Bewerber-Service. Bislang hat noch das Jobcenter die Beförderung der 25 Kundinnen und Kunden organisiert und finanziert. „Wir haben Kleinbusse gechartert, die die Beschäftigten in ihren Stadtteilen einsammeln. Morgens zur Frühschicht und abends zur Spätschicht werden sie nach Dortmund gebracht. Nach Feierabend geht die Fahrt zurück“, erläutert Teamleiterin Karin Schellenberg. Doch nach drei Monaten läuft die Förderung für diese Mobilitätshilfe aus. Und was dann?

Damit die Neu-Beschäftigten die außerhalb gelegene Arbeitsstätte in Dortmund weiterhin pünktlich erreichen, unterstützt das Jobcenter sie dabei, Fahrgemeinschaften zu gründen. Denn von den insgesamt 55 vom Jobcenter vermittelten Personen hat die Mehrheit ein Auto – einige davon wurden auch vom Jobcenter bezuschusst. Vermittlerin Rosemarie Wrede erklärt, wie die Vernetzung läuft: „Wir haben alle 55 zu einem Stammtisch eingeladen. Die in der Frühschicht arbeiten nachmittags, die Spätschicht vormittags. Dort konnten Beschäftigte ohne Auto und mit Auto sich kennenlernen und klären, ob sie zusammen fahren können.“ Das Angebot wurde gut angenommen. Direkt beim ersten Stammtisch am Dienstag, 5. Dezember, fanden sich drei Fahrgemeinschaften. Vielleicht, so die Hoffnung der Vermittlungsfachkräfte, gibt es noch andere motorisierte Personen in Hagen, die bei Amazon in Dortmund arbeiten und Fahrgemeinschaften gründen möchten. „Wer ein Auto hat und jemanden nach Dortmund mitnehmen kann, soll sich bitte bei uns melden. Wir geben die Kontaktdaten dann gern weiter“, wirbt Britta Moranz.

Andrea Gebhardt, Geschäftsführerin des Jobcenters Hagen, freut sich über den Erfolg des ersten Stammtischs: „Es ist schön zu sehen, dass wir durch eine kleine Hilfestellung dazu beitragen können, dass die nicht-motorisierten Amazon-Beschäftigten aus Hagen auch weiterhin gut und sicher zur Arbeit kommen.“

Britta Moranz vom Bewerber-Service ist unter Telefon 02331/36758-713 zu erreichen, Rosemarie Wrede unter 02331/36758-603.

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Mit Neueinstellungen Geld sparen

Story des Monats: Menschen mit Schwerbehinderung zu vermitteln, ist eine Aufgabe von Jobcenter-Mitarbeiter Holger Hasenburg. Das ist anspruchsvoll und bedarf einer guten Beratung. Denn nicht alle Arbeitgeber wissen, dass sie finanzielle Unterstützung erhalten, wenn sie einen Arbeitsplatz für Menschen mit Handicap schaffen. Deshalb hat das Team Reha/SB des Jobcenters im August Hagener Betriebe angeschrieben, um sie für die Einstellung von Schwerbehinderten zu sensibilisieren. Die Firma Schake aus Eckesey hat sich von Holger Hasenburg beraten lassen. Über das Ergebnis freut sich der hörbehinderte Boubkar Nuna, der jetzt eine Stelle als Schweißer bei dem Traditionsunternehmen erhalten hat.

894 Kundinnen und Kunden, die schwerbehindert oder Schwerbehinderten gleichgestellt sind, betreut das Hagener Jobcenter. Viele von ihnen sind hochmotiviert und bringen eine Ausbildung oder Berufserfahrung mit. Dennoch finden sie keine Stelle. Auf der anderen Seite suchen Unternehmen händeringend Mitarbeitende. Einige von ihnen entrichten darüber hinaus eine Ausgleichsabgabe, weil sie ihre Quote an schwerbehinderten Beschäftigten nicht erfüllen. „Das Geld, das die Unternehmen zahlen, fließt dann in einem Topf beim Integrationsamt“, erklärt Holger Hasenburg. „Damit werden andere Firmen unterstützt, die Schwerbehinderte einstellen.“ Die Ausgleichsabgabe könnten Betriebe also ganz einfach sparen, indem sie Arbeitsplätze mit Menschen mit Handicap besetzen – die fachlich genauso gut geeignet sind wie ihre Mitbewerber ohne Einschränkung.

Wie man es wirtschaftlich sinnvoller macht und sich gleichzeitig noch sozial engagieren kann, zeigt die Firma Schake mit Sitz an der Eckeseyer Straße. Der Betrieb suchte einen Schweißer und gab Boubkar Nuna eine Chance. Der gehörlose Hagener brachte bereits Erfahrungen in diesem Bereich mit und hatte gerade einen aktuellen Schweißerschein gemacht. Nach einem erfolgreichen Kennenlern- Praktikum erhielt Boubkar Nuna bei dem Unternehmen einen Vertrag. Vorher musste die Firma aber noch den Arbeitsplatz des neuen Kollegen so einrichten, dass die Hörbehinderung keine Rolle spielt. „Zum Beispiel musste sichergestellt werden, dass Herr Nuna nicht versehentlich mit einem Gabelstapler zusammenstößt, weil er diesen nicht heranfahren hört“, berichtet Holger Hasenburg. Nach einem Besuch im Betrieb kann der Vermittler berichten, wie dieses Problem gelöst wurde: „Der neue Mitarbeiter hat bestimmte Laufwege erhalten, auf denen keine Stapler fahren dürfen.“

Zufrieden mit der Beratung des Jobcenters und der Vermittlung des neuen Mitarbeiters sind Christian Hohage und Christian Schubert, beide aus dem Bereich Arbeitsvorbereitung/Betriebsleitung bei Schake. „Die Vermittlung durch das Jobcenter ist super gelaufen. Ich finde es wichtig, auch Schwerbehinderten eine Chance zu geben“, sagt Christian Hohage. Im Team habe der neue Kollege, der von den Lippen lesen kann, gleich Unterstützung erfahren. Anderen Unternehmen könne er durchaus empfehlen, bei der Stellenbesetzung auch Menschen mit Handicap zu berücksichtigen, betont Christian Hohage.

Arbeitgeber, die sich über Fördermöglichkeiten für die Einstellung schwerbehinderter Menschen informieren möchten, erreichen Holger Hasenburg vom Jobcenter unter Telefon 02331/36758-665.

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